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#2 stand-up innovation


When

12/06/2019


„Wenn wir schlechte Materialien recyceln, führen wir diese endlos im Kreis und das Schlechte häuft sich an. Das schadet allen. “

Es war ein inspirierender Abend voller Ideen für den Umgang mit Materialien in einer Kreislaufwirtschaft – am 12. Juni 2019 fand im Impact Hub Vienna das zweite Stand-up-Innovation Event von alchemia-nova statt. Wie wir Materialien sehen, verteilen und festlegen, wird eine große Herausforderung der nächsten Jahre sein.

„Weniger ist mehr – das ist der Schlüssel für kreislauffähige Materialien. “Johannes Kisser, alchemia-nova

Johannes Kisser, CEO von alchemia-nova research, verdeutlichte die Notwendigkeit in geschlossenen Kreisläufen zu denken, ganz nach dem Vorbild der Natur. Das System muss sich ändern, wenn wir die Umwelt für zukünftige Generationen schützen wollen. Labels versuchen uns beim Einkauf vor Fehlentscheidungen zu schützen. Apps wie Codecheck helfen uns, mögliche schädliche Inhaltsstoffe beim Einkauf von Lebensmitteln und kosmetischen Produkten zu erkennen.

“Es ist eine Denkweise – nicht Schaden begrenzen, sondern das System mit positiven Nährstoffen versorgen.“ Johannes Kisser, alchemia-nova

Warum brauchen wir so viele Zusatzstoffe und Inhaltsstoffe, wenn die Natur mit nur 5 Polymeren alle Arten und Formen erschaffen kann? Sobald wir beginnen, Positivlisten anstelle von Negativlisten zu verwenden, können wir sicherstellen, dass unsere Materialien und Produkte sicher sind und im Kreis geführt werden können.

„Die Prinzipien der Natur sollten in Produkte umgesetzt werden. Mit dieser Denkweise sollten wir jede Art von Produkt herstellen.“ Johannes Kisser

Ein großer Prozentsatz der Abfälle sind Abbruchabfälle. Wenn wir modularer bauen und sichere Materialien verwenden würden, die in ihre Teile getrennt werden können, könnten wir eine Menge an Ressourcen einsparen. Ein Projekt, in dem dies versucht wird und im Rahmen der Veranstaltung präsentiert wurde, ist PVadapt. In dem Projekt werden unter anderem OSB-Platten aus landwirtschaftlichen Abfällen produziert. 

Der zweite Referent Markus Meissner von BauKarussell beschäftigt sich mit der Wiederverwendung von Baustoffen. Er sprach über die Arbeit beim Rückbau von Gebäuden und darüber, wie wichtig es ist, früh genug mit einem Wiederverwendungs- oder Recyclingprozess zu beginnen.

„Wir müssen bei der Wertschöpfungskette ansetzen und die Art ändern, wie Menschen ihre Geschäfte führen, wir müssen das System ändern.“ Markus Meissner, Baukarussel

Die österreichische Regierung hat sich im Rahmen der Energie- und Klimastrategie der österreichischen Bundesregierung verpflichtet, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 36% zu reduzieren (Referenz 2005). Das ist viel. Wir müssen drastisch handeln, um dieses Ziel zu erreichen. Da der Bausektor einen großen Teil ausmacht, gilt es mit mit der Wiederverwendung zu beginnen und dürfen diese dabei nicht mit Recycling verwechseln. Recycling ist die schlechteste der besten Möglichkeiten. Um Materialien aus Gebäuden wiederverwenden zu können, müssen sie zerlegbar sein und Zeit ist ein wichtiger Faktor. Um Materialien für andere Zwecke wiederverwenden zu können, muss entsprechend Zeit im vorhinein einkalkuliert werden.

„Wir müssen die neue Generation von Bauherren dazu erziehen, bereits in der Planungsphase darüber nachzudenken, wie wir Baumaterialien später wiederverwenden können.” Markus Meissner

„Die Form muss dem Planeten folgen“ – Clemens Dus von designaustria sprach über Verantwortung im Designprozess von Produkten. „Die Natur ist ein Experte, um Verbraucher und Nutzer anzulocken“

In seiner Präsentation finden sich Anforderungen für ein Circular Design. Wir müssen endlich irgendwo damit beginnen und es machen. – “Das Richtige tun, bevor man es richtig macht.”, Clemens Dus.

 

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