Europäische projekte

BIOTRANSFORM

Entwicklung von Methoden und Bewertungsinstrumenten zur regionale Umwandlung von linearen fossilbasierten Wertschöpfungsketten in kreislauforientierte biobasierte Wertschöpfungsketten.

Die jüngsten Ereignisse zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben gezeigt, dass eine auf fossilen Ressourcen basierende Wirtschaft, die nach einem linearen Geschäftsmodell konzipiert ist, sehr anfällig und kaum widerstandsfähig gegenüber externen Krisen ist. Außerdem führt dieses lineare Wirtschaftsmodell der Ausbeutung fossiler Ressourcen häufig zu einem nicht nachhaltigen Eingriff in natürliche Ökosysteme. Dadurch sinkt deren Produktivität und verschlechtert das wirtschaftliche Potenzial unserer Ökosysteme.

Darüber hinaus stehen speziell ländliche Gebiete heute vor einer Reihe von Herausforderungen und verlieren aufgrund mangelnder Beschäftigungsmöglichkeiten an Attraktivität für jüngere Generationen. Abwanderung, Überalterung der Kommune und ökonomischer Verarmung sind Begleiterscheinungen dieser Entwicklung. Dabei ist die Wirtschaft solcher Gebiete häufig durch Primärproduzenten geprägt und bietet daher vielfältige Möglichkeiten diese negativen Trends entgegenzuwirken. BIOTRANSFORM hilft durch die Sichtbarmachung ungenützter Potentiale, die Transformationskräfte in Regionen hin zu einer kreislauforientierten Bioökonomie zu erwecken. Oft stehen viel ungenützte erneuerbare Sekundärressourcen zu Verfügung, dies sich hervorragend für die Verwendung in einer zirkulären Bioökonomie nutzen lassen würden. Viele dieser Biomasserückstände werden jedoch bereits als Futtermittel oder zur Wiedereingliederung in den Boden als organisches Material verwendet.

Die meisten dieser Anwendungen sind in der Regel jedoch von geringen ökonomischen Wert. Zusätzlich ist die Wertschöpfung von Nebenprodukten (z. B. organische Abfälle und Abwässer), die bei der Primärproduktion häufig anfallen, in der Regel sehr gering. Zusammen mit dem fehlenden Wissen über neuartige Verfahren zur Wertsteigerung dieser Nebenprodukte führt dies zu einer unzureichenden Verwertung solcher sekundären Stoffströme.

Gleichzeitig sind vielen Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und anderen Akteuren die Vorteile und Möglichkeiten einer Umstellung der Industrie auf eine biobasierte Kreislaufwirtschaft noch nicht bewusst.

Genau dieser Umstand wird durch das Projekt BIOTRANSFORM angegangen. Das übergeordnete Ziel ist es, politische Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, den Übergang von linearen, fossil basierten Wertschöpfungsketten zu zirkulären, biobasierten Systemen in der EU zu ermöglichen.

Dies soll durch die Entwicklung eines umfassenden Instruments zur Folgenabschätzung erreicht werden. Neben der Unterstützung und Erleichterung der Entscheidungsfindung veranschaulicht dieses Instrument die komplexen Wechselwirkungen der nötigen Transformationspfade und fördert das Verständnis für ihre gegenseitigen Interdependenzen.

Es wird Inhalte wie eine Analyse der Ressourcenströme, ein logistisches Optimierungsmodell und ein Governance-Tool zur Bewertung der bestmöglichen verfügbaren Entscheidung umfassen. Auf der Grundlage dieser Entwicklung werden strukturierte Interventionen durch konkrete Interaktionen mit der Unterstützung von Transition-Brokern ermöglicht. Dies erlaubt eine maßgeschneiderte regionale Methodik für den Übergang zu einer kreislauffähigen Bioökonomie. Schließlich wird dieser systemischer Ansatz in sechs wirtschaftlich unterentwickelten Beispielregionen in der EU getestet.

Erwartete Ergebnisse:

  • Entwicklung einer Wissensbasis und einer Bewertungsmethodik, die den politischen Entscheidungsträgern hilft, den besten Weg für die Tranformation zu finden
  • Entwicklung politischer Entscheidungshilfen, die eine Umstellung von linearen fossilbasierten Systemen auf kreislauforientierte biobasierte Systeme ermöglichen und Prioritäten und Meilensteine festlegen.
  • Ausweitung der Ergebnisse von BIOTRANSFORM auf andere EU-Regionen, um den gesamten Übergang zu biobasierten Kreislaufsystemen auf dem Kontinent zu unterstützen.
  • Erreichen einer Vielzahl verschiedener kohlenstoffintensiver Wertschöpfungsketten in der EU und Bereitstellen alternativer zirkulärer biobasierter Wege für diese Wertschöpfungsketten, die weniger toxisch sind und die Umwelt weniger belasten.
  • Verbesserung der Valorisierung von Abfällen und Nebenströmen in den angestrebten Wertschöpfungsketten.
  • Mehr und attraktivere Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten aufgrund neuartiger zirkulärer biobasierter Wertschöpfungsketten (erhöhte Valorisierung, qualifizierte Arbeitsplätze). Steigerung des Gesamtmarktanteils von biobasierten Produkten/biobasierter Industrie in den Zielregionen.

Die Rolle von alchemia-nova
Alchemia nova stellt Wissen über das Instrument der Ressourcenflussanalyse zur Verfügung, das ein wichtiger Teil des Bewertungsinstruments sein wird. Außerdem spielt es eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des Bewertungsinstruments in den verschiedenen EU-Regionen. Sie übernimmt die Führung bei der Umsetzung der Ergebnisse des Bewertungsinstruments in eine leicht verständliche Anleitungen. Sie fördert auch die Ausbildung von Transition-Brokern und bringt wichtige Interessengruppen zusammen, um so den Wandel hin zu einer Kreislauf-Bioökonomie zu erleichtern.

Biotransform

Projektkoordinator
Teknologian tutkimuskeskus VTT Oy

Projektpartner
Alchemia-nova GmbH
Luxembourg Institute of Science and Technology
Vlaamse Instelling Voor Technologisch Onderzoek N.V.
Fundación Corporación Tecnológica de Andalucía
Cluster of Bioeconomy and Environment of Western Macedonia
Cluster Industrielle Biotechnologie – CLIB eV.
BioEast HUB
Association of Cities and Regions
Q-PLAN international Advisors PC