Blog

Category Archives: Heizen

Gebäude werden angepasst

Mit der Anpassungsstrategie an den Klimawandel des österreichischen Ministeriums, sowie der Ökodesignrichtlinie, und der Passivhausrichtlinie gehen wir in eine “kohlenstoffarme” Zukunft, so wird immer wieder berichtet, vor allem wenn von “Green Economy” die Rede ist, die stark von den vereinten Nationen propagiert wird. Diese Kohlenstoffe werden normalerweise in Form von CO2 gehandelt, wobei diese Richtlinie auch gerade reformiert wird.
Gebäude werden auch verpflichtend effizienter, da ab 2020 gar nur mehr Passivhäuser errichtet werden dürfen. Sanierungsquoten von 3% sind auch nur bei öffentlichen Gebäuden vorstellbar, bei privaten liegt sie unter 1%, d.h. das wir in Österreich nach 100 Jahren noch nicht fertig sind und dann wieder alles von vorne anfangen müssen.

Einige Vorzeigeprojekte, die alle Stückchen spielen sind z.B. das erste fertiggestellte Gebäude der Seestadt Aspern, das aspernIQ und natürlich das Leuchtturmprojekt gugler*, das neben schadstofffreien Baustoffen auch Rückbaubarkeit und kleine geschlossene Kreisläufe im Gebäude selbst realisieren soll.

Für den Alltagsverbraucher, der noch keine neuen kreislauffähigen Gebäude konstruiert gibt es natürlich auch Tipps zum Energiesparen z.B. mit dem 1500 kWh Einfamilienhaus.

Energiegewinnung mit Wasser

Auf der Universität von Oregon State wird an mikrobiellen Brensstoffzellen gearbeitet, die nun schon bald mehr Strom aus Abwasser gewinnen können, als die Aufarbeitung benötigt.

Das zukunftsweisende Projekt BIQ in Hamburg integriert Algenreaktoren als Fassadenelemente in ein Wohngebäude. Damit werden Wärme und Energie gewonnen.

In der Bretagne geht ein Meeresströmungskraftwerk in seine nächste Phase, d.h. die Verbindung der Anlage per Kabel mit dem Festland, Details auf dem französischen Wissenschaftsportal und mit Videos auf der Betreiber Seite.

Neue Technologien schaffen Abgasfreiheit

Amsterdam will bis 2040 abgasfrei sein, so berichtet der Spiegel online. Dazu braucht es neben einem ambitionierten politischen Programm auch großzügige finanzielle Anstösse. Neben zahlreichen öffentlichen Ladestationen sollen private Nutzer davon profitieren, wenn sie auf Elektrofahrzeuge umsteigen. Auch Boote und LKWs sollen nicht mehr mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren  betrieben werden. Somit ist es kein Wunder, dass alle namhaften Autohersteller zumindest eine Serie mit Elektroantrieb bereits auf dem Förderband haben.

Die Zeichen der Zeit gehen aber auch nicht an den österreichischen Firmen vorbei, die nun einmal Weltklasse sind in Verbrennungskesseln. Derzeit sind Firmen wie Bösch, Energie Steiermark, KWD, ÖkoFen, SenerTec und Vaillant dabei Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf den Markt zu bringen. Diese Geräte sind heizungsgeführt, dass heißt, wenn Wärmebedarf vorhanden ist, springt der Kessel an und verbrennt zumeist (Erd- oder Bio)gas und erzeugt Strom, wobei die Abwärme zum Heizen genützt wird. Erdgaspreise sind gleichzeitig dabei um knappe 18% zu steigen, man muss somit warten, dass endlich Biogasanlagen großflächig ins Netz einspeisen. In Wien wird das leider noch dauern, da der “giftige” Klärschlamm (der reich an, für die Landwirtschaft notwendige Phosphaten ist) mit dem generierten Biogas verbrannt wird. Gute Informationen zu verschiedenen Kesseln sind auch bei der Vereinigung österreichischer Kessellieferanten zu finden. ÖkoFen benutzt moderne Medien um über ihren Forschritt der Kraft-Wärme-Kessel mit Pellets zu berichten.

Ein weiterer interessanter Aspekt in diesem Zusammenhang ist der Biomeiler, der die selbst gemachte Variante darstellt, Wärme und gleichzeitig Kompost zu generieren. Man könnte auch noch Biogas gewinnen, dass allerdings in Österreich aufgrund der strengen Auflagen, allerdings nicht einfach zugelassen wird. Die explosionsgeschützten Behältnisse und dazugehörige Regelmechanismen machen ein derartiges Low-Budget Unterfangen zu einer komplett unwirtschaftlichen Anlage.

Energy Harvesting ermöglicht Kleinstgeräte ohne Kabel und Akku zu bedienen. Die notwendige Energie wird über den Tastendruck selber gewonnen. Damit öffnet sich ein komplett neues Spektrum an Möglichkeiten. Neben der Möglichkeit über Funk alle Lichtschalter autark zu betreiben, erspart es auch sämtliche fragwürdige PVC-Kabel im Haushalt, die ansonsten schwierig durch Silikon ersetzt werden können.

Energie in Haushalten Juni 2010

Energieverbrauch sinkt durch energieeffiziente Haushaltsgeräte um 25%, das bedeutet eine Ersparnis für einen Haushalt von 400€ im Jahr oder 915 kg CO2 (Emissionsfaktor 0,44 kg CO2/kWh bei typ. Strommix). Für 20 Jahre alte Geräte sind sogar bis zu 50% drinnen. Siehe: www.deridealehaushalt.at.
Auch innovative Beleuchtung kann Energiekosten senken und dem Raumklima ein besonderes Ambiente verleihen. Viele interessante Informationen zu diesem Thema und mehr sind zu finden in den Publikationen des oberösterreichischen Energieverbandes: www.esv.or.at/info-service/publikationen
Es gibt eine interessante Bewertung der Stiftung Warentest über Energiesparlampen, die sogar stinken können.

Bauteileaktivierung
ist ein neues Schlagwort bei der Errichtung von Gebäuden. Wasserdurchflutete Kunststoffrohre in Betondecken und -wänden können als Heiz- und Kühlelemente verwendet werden, was sich reduzierend auf den Energiebedarf ausübt. Das BMVIT zusammen mit industrienäheren Kooperationen hat einen Innovationspreis 2010 ausgelobt für dermaßen errichtete Gebäude. Weiterführende Infos unter www.betonmarketing.at.

Eine innovative Passivhaustechnik in Stockholm nutzt die Körperwärme tausender Pendler aus dem Hauptbahnhof und beheizt damit über einen Wärmetauscher ein in der Nähe liegendes Bürohaus. Diese Anwendung sei in allen Bereichen sinnvoll, in denen sich viele Menschen aufhalten,beispielsweise große Bürogebäude oder Einkaufszentren.www.eu-koordination.de

Ein neuer Fördertopf für Photovoltaik Anlagen für das Jahr 2010 ist draußen und ab 28.6 bis 31.8 aktiv.Informationen über neuen Richtlinien und Antrag hier.

Supergau der Öl-Lobby – auf zur Energiewende!

Der Öl- und Benzinpreis unserer Tage ist dem Paradigma des Strebens nach Maximierung untergeordnet. Er wird tendentiell nie wieder niedriger werden, da eine Ölfördermengenerhöhung mit gleichen finanziellen Mitteln nicht mehr möglich ist. Es muss immer tiefer und an immer schwieriger zugänglicheren Orten nach Öl gebohrt werden. Im Golf von Mexiko sollte Erdöl aus 1600 Meter unter dem Meeresspiegel gefördert werden, laut BP sollte nur ein “nahezu nicht vorhandenes” Risiko einer ernsten Umweltgefahr vorhanden sein, doch ist die Bohrplattform explodiert und im Meer versunken. Seit 22. April strömen nun täglich 800.000 Liter Rohöl aus und können trotz zahlreicher Versuche mit einer Metallglocke nicht aufgehalten werden, das Ende ist noch offen. Die Verschmutzung ist jetzt schon gewaltigen Ausmasses, wenn man bedenkt, dass ein Liter Öl in etwa eine Million Liter Wasser verunreinigen kann, geschweige, dass sämtliche Lebewesen dort darunter leiden..
Die Verhamlosung des Risikos ist der gleiche Zugang wie jener von AKW Befürworten, “das Restrisiko, dass uns jeden Tag den Rest geben kan” (Franz Alt, 2010).

Es gibt bis Ende Mai einen Onlinefragebogen für einen möglichen Gesetzevorschlag zur Entsorgung von radioaktiven Müll.
Der Bescheid für eine Umweltverträglichkeitsprüfung von Mochovce Reaktorblock 3 und 4 von der slowakischen Bundesregierung. Er negiert mögliche Umweltfolgen vollständig und kommt zum Schluss, dass mögliche Auslegungsstörfalle nur 3 Kilometer Umreis betreffen. Er geht auf vorhandene Fragestellungen wie die Containmentfrage (Sicherheitsmaßnahmen im Falle eines Flugzeugabsturzes) nicht weiter ein. Auf diesem fachlichen Niveau des Bescheids, wäre auch dem Tschernobyl-Reaktor Umweltverträglichkeit attestiert, so Radko Pavlovec, Anti-Atom-Beauftragter des Landes Oberösterreich.

Wir verbrennen mittlerweile an einem Tag soviel Kohle, Gas, Öl und Uran, wie die Natur in einer Million Tagen angesammelt hat.
Es soll eine neue Erdgassüdpipeline gebaut werden und Grundstückseigentümer enteignet, gelichzeitig ist die Tauerngasleitung gescheitert, da zu wenige Interessenten gefunden wurden. Laut VCÖ führt Autofahren zu höheren Umweltkosten als bezahlt werden, Kostenwahrheit, wie bei den von Rauchern verursachten Kosten, entsprechen anderen Werten.

Es liegt auf der Hand, dass eine Wende unabänderlich ist und der Umstieg lieber heute als morgen passieren soll. Zu diesem Thema passt wieder der einst angekündigte Film “Die 4.te Revolution Energy Autonomy“, der im Kino anzusehen ist.

100% erneuerbare Energie ist möglich, zeigt eine Studie der Energywatch Group aus Berlin. Bis 2030 wäre eine komplette Umstellung der Energieweltversorgung auf Windkraft, Wasserkraft und Sonnenenergie möglich. Ökonomisch würde sich der Kostenwandel bereits in 10 Jahren vollstrecken, da der Energiepreis aus erneuerbaren dann eindeutig nachhaltig unter dem von herkömmlichen Kraftwerken befände. Mehr Informationen gibt es unter: https://www.energywatchgroup.org.
World Future Council und die HafenCity Universität Hamburg stellten in Rio de Janeiro eine Studie zu Städten und Klimawandel vor. Eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien ist möglich. Sie beschreiben einen Sieben-Punkte-Plan und schlagen eine Priorisierung aller Maßnahmen vor, die innerhalb der Stadt getroffen werden können, bezüglich Eigenvorsorgung von Energie und Zulieferung von dem Umland.

In Wien Aspang entsteht Europas größte Passivhaussiedlung, “Eurogate“, mit über 700 geförderten Wohnungen. Wien baut damit ihre welweite Vorreiterrolle in mehrgeschossigen Passivhausbau aus.

Es gibt mittlerweile eine Reihe von Systemen für alternative Energieversorgungen. Innovative Windsysteme haben eine preisreduzierende Wirkung (Merrit-Order.Effekt), laut neuerlicher Studie von Pövry AS. Es gibt sie mittlerweile im Überfluss, einige Vertreter hier: https://www.turby.nl/, https://www.cleanfieldenergy.com/, https://www.wepower.us/, https://www.neuhaeuser-windtec.de/, https://www.endurancewindpower.com/, https://www.hannevind.com/, https://www.heos-energy.de/. Neue Technologien erhöhen die Leistungen bei halber Komponentenzahl.
Abgeschaut von modernen Flugdrachen:
Kitegen Stem, renewable energy

Auch Anlagenpreise für Photovoltaik-Systeme sind bereits unter 3000€ je kWp für Deutschland gefallen, in Österreich allerdings fehlen die notwendigen Rahmenbedingungen.Ein neues Verfahren kann Ökostrom von Photovoltaik oder Windkraft in synthetischen Erdgas speichern. Wasserstoff-Elektrolyse und Methanisierung werden kombiniert. Der überschüssige Ökostrom spaltet Wasser in seine Bestandteile, Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff reagiert anschließend mit Kohlendioxid zu Methan. Eine deutsch-österreichische Kooperation hat bereits erste funktionierende Demonstrationsanlagen in Betrieb und möchte ab 2012 eine Anlage im zweistelligen Megawattbereich errichten. Infos hier: https://www.solar-fuel.com und hier https://www.fraunhofer.de/en/press/research-news/2010/04/green-electricity-storage-gas.jspSolarwave ist aufgebrochen um mit einen Elektrokatamaran nur betrieben mit Photovoltaik Panelen um die Welt zu segeln. SolarImpulse hat seinen dritten Testflug hinter sich. Ziel ist es auch einmal um die Welt zu fliegen. Es ist möglich, beweist uns die Technologie nun immer wieder!Holzpellets werden immer billiger im Vergleich zu Erdöl, bald kann man sich die Hälfte der Heizkosten sparen, auch die Produktion von Pellets in Österreich ist beinahe doppelt so groß wie der Verbrauch.

Energiepflanzen tragen mittlerweile einen erheblichen Teil zur alternativen Energiegeweinnung bei. Es ist gleichzeitig wichtig, die dafür in Konkurrenz zu Lebensmitteln stehende Anbaufläche nachhaltig und trotzdem ökonomisch attraktiv zu gestalten. Es sollen unter anderen Methoden wie Mischfruchtanbau verwendet werden. Weiterführende Informationen, sowie zahlreiche andere Informationen über nachwachsende Rohstoffe können auf der FNR Homepage kostenfrei heruntergeladen oder bestellt werden.

Heizkostenvergleich – Sonnenhaus

Ende September ist von Konsument ein Heizkostenvergleich herausgekommen, der interessante Aussagen liefert. Nur ausgehend von den Heizmaterialien und nicht von den Anschaffungskosten sind Hackschnitzel immer noch am günstigsten mit 1,99 Cent/kWh, danach kommt die Wärmepumpe mit 4,87 Cent/kWh, der Pelletspreis liegt bei 5-6 Cent/kWh, Fernwärme bei 7-9 Cent/kWh, danach Erdgas und Heizöl, als Schlußlicht der Tagstrom mit 18,13 Cent/kWh. Eine gute Wärmedämmung allerdings kann mehr sparen als mit dem  billigsten Energieträger.  Mehr Informationen auf www.konsument.at sowie in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift.

Ich möchte noch gerne auf ein sehr nettes Kinderbuch hinweisen, dass für Kinder im Volksschulater oder Vorschulalter zum Vorlesen gut geeignet ist. Es heißt “Wir bauen uns ein Sonnen(Passiv)haus!” von Martina Feirer und Alexandra Frankel. Es wurde nominiert zum Energy Globe Award in der Kategorie “Jugend”.