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Biokunststoffe Roadmap 2050

Zahlreiche Umweltprobleme werden mit Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen in Verbindung gebracht. Potenzielle negative Auswirkungen entstehen von der Förderung des Rohöls bis zur Entsorgung der Kunststoffe[1]. Nur ein geringer Teil der produzierten Kunststoffe wird recycelt, der überwiegende Teil wird deponiert, thermisch verwertet oder gelangt in die Umwelt. Die lange Haltbarkeit der Kunststoffe stellt für Ökosysteme ein ernstes Problem dar, da sie sich in erheblichen Massen ansammeln. Kunststoffabfälle werden durch Witterung, Wellen und UV-Strahlen in Mikropartikel zerlegt und oftmals Teil der Nahrungsketten. Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen erhöhen zumeist die Unabhängigkeit von Rohstoffimporten und sind in den meisten Fällen biologisch abbaubar. Sie stellen somit eine umweltfreundliche Alternative dar. Sie setzen bei einer thermischen Verwertung kein fossiles CO2 frei, dies birgt ein erhebliches Treibhausgaseinsparungspotential, da knapp 10 % der weltweiten Erdölförderung in der Kunststoffproduktion verbraucht wird[2]. Im Jahr 2014 wurden weltweit rund 300 Mio. Tonnen Kunststoffe produziert, davon entfielen aber nur etwa 1,7 Mio. Tonnen auf Kunststoffe aus erneuerbaren Quellen[3].

Ziel dieser Studie ist die Erstellung einer Roadmap, die Handlungsempfehlungen abgibt und zukünftigen Forschungsbedarf darstellt, um bis 2050 eine nennenswerte Steigerung der Produktion von biobasierten Kunststoff in der EU zu erreichen. Diese Roadmap wird unter Einbindung relevanter Stakeholder und unter Berücksichtigung erwartbarer sozioökonomischer und klimapolitischer Entwicklungen bis 2050 in einem breit angelegten Prozess erstellt. Der Stand der Technik, ökonomische, regulative sowie technische Hemmnisse im Einsatz von Biopolymeren werden identifiziert und Möglichkeiten zu deren Überwindung abgeleitet. Ausgehend aus einer Status-Quo-Analyse und einer mit Experten und Stakeholdern konkretisierten Vision 2050 (100% Biokunststoffprodukte in der EU)  wird ein Technologiepfad erstellt, der in acht-Jahres-Schritten wichtige Entwicklungsschritte und Technologiesprünge darstellt. Neue technologische Entwicklungen und Öko-Innovationen zu biobasierten Kunststoffen werden ermittelt, deren Potenziale bewertet und daraus Handlungsempfehlungen zu möglichen regulierenden Mechanismen sowie eine Darstellung des Forschungsbedarfs entlang einer Zeitachse bis 2050 ausformuliert.

Die Ergebnisse werden als Endbericht und als publizierbare Roadmap 2050 für Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen vorliegen.

Projektkoordination
Umweltbundesamt GmbH, Österreich

Projektpartner
alchemia-nova GmbH, Österreich

Projektstatus
Start 3/2017, Dauer 12 Monate
Ausschreibung: Produktion der Zukunft (19. Ausschreibung), Forschungs- und Entwicklungsdienstleistung Studie: Roadmap 2050 – Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen („Biobasierter Kunststoff“)
Projektnummer: FFG 858659
Gesamtbudget: € 78.445

[1] Richard C. Thompson et al., “Plastics, the Environment and Human Health: Current Consensus and Future Trends,” Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences 364, no. 1526 (July 27, 2009): 2153–66, doi:10.1098/rstb.2009.0053.
[2] Worldwatch Institute, 2015. Global Plastic Production Rises, Recycling Lags. Worldwatch Institute. http://www.worldwatch.org/global-plastic-production-rises-recycling-lags-0 [2016-07-06].
[3] European Bioplastics e.V., 2016. Bioplastics – facts and figures. European Bioplastics. http://docs.european-bioplastics.org/2016/publications/EUBP_facts_and_figures.pdf [2016-07-04].