Biokunststoffe gewinnen die Zukunft
Es gibt zahlreiche Arten von Plastik, die für Verpackungen verwendet werden. Nahezu alle haben gemeinsam, dass sie mehrere hundert Jahre brauchen, um zu verrotten. Ironischerweise werden sie trotzdem oft nur für die Dauer von Minuten verwendet. Danach sind sie nutzloser, umweltverschmutzender Müll und nur ein kleiner Teil wird verbrannt – ein Vorgang der alles andere als umweltschonend ist.
Im Prinzip wird heute noch immer die auf Erdöl basierende Kunststofftechnologie der 1950er Jahre verwendet und Millionen Plastikteilchen wandern über Flüsse in die Weltmeere. Dort verursachen sie den Tod unzähliger Meeresbewohner, wie beispielsweise Quallen oder Schildkröten, weil diese Tiere die Partikel mit Futter verwechseln und daran qualvoll verenden.
Eine weitere, beinahe unglaubliche Tatsache ist, dass im manchen Gebieten des Nordatlantik pro Kubikmeter Wasser mehr Plastik als Plankton zu finden ist.

Kartoffelfeld

Produkte aus Bioplastik
Wie bereits erwähnt verrotten diese neuartigen Biokunststoffe in deutlich kürzerer Zeit als ihre auf Erdöl basierenden Pendants. Bei Idealbedingungen (60°C und hohe mikrobielle Aktivität) sind die Stoffe nach etwa sechs Wochen zu CO2 und Wasser zerfallen.
Sind die Bedingungen während des Zerfalls nicht ideal erhöht sich die Dauer der Zersetzung um ein paar Wochen. Zusätzlich können Biokunststoffe verbrannt werden, um aus ihnen Energie zu gewinnen. Die einzigen Emissionsprodukte hierbei sind wiederum CO2 und Wasserdampf.
Durch die vielfältigen Verarbeitungs- und Anwendungsmöglichkeiten können nicht nur alle “Petro-Kunststoffe” substituiert, sondern auch neuartige und innovative Produkte hergestellt werden.
Ein Beispiel dafür ist die längere Haltbarkeit von Gemüse und Obst in PLA-Verpackungen. Erklärt werden kann dieser Effekt durch die verbesserte Diffusion von Wasserdampf. Von der erhöhten Haltbarkeit profitieren Händler wie Konsumenten.
Biokunststoffe können aus lokal geerntetem Rohmaterial gewonnen werden. Dies hat den Effekt, dass fossile Ressourcen geschont werden und infolgedessen der CO2-Haushalt nicht unnötig aus dem Gleichgewicht gebracht wird.
Alchemia-nova hatte bei der Förderung von Biokunststoffen und deren großindustriellem Einsatz eine Schlüsselfunktion.
Angesichts der Tatsache, dass der Klimawandel unser tägliches Leben und die Wirtschaft schon jetzt beeinflusst und sich dieser Effekt in Zukunft verstärken wird, ist es unser Ziel, alle Vorteile dieser neuartigen Technologie so bald wie möglich auszureizen.
Die wichtigsten technischen Probleme für eine globale Verwendung von PLA-Material wurden bereits gelöst. Unglücklicherweise stellte sich die fehlende politische und industrielle Unterstützung als größte Hürde heraus, denn die Ablagerung, das Recycling und die Verbrennung von Plastik aus der Petrochemie bringen Milliarden. Doch der Preis dafür ist hoch. Oft kommt es zu irreversiblen Umweltverschmutzungen.

Die Grafik oberhalb zeigt die Integration von Biokunststoffen in einen geschlossenen biochemischen Kreislauf. Im Jahr 2005 war alchemia-nova in ein Projekt namens Loop Linz involviert. Dieses Projekt untersuchte die Benutzerfreundlichkeit des PLA-Materials im täglichen Gebrauch. Produzenten, Händler und Konsumenten erlebten einen positiven ersten Kontakt und waren von der qualitativen Ebenbürtigkeit der Biokunststoffe überzeugt. Das Primärziel von LOOP Linz war die Förderung nachhaltiger Verpackungstechnologien. Alchemia-nova war gemeinsam mit der Stadt Linz und der oberösterreichischen Landesregierung der Initiator dieses Projektes. Um die Initiative zusätzlich zu supporten wurde ein Film mit dem Namen Das geheimnisvolle Verschwinden – Biokunststoffe gewinnen die Zukunft gedreht.

PLA Mikro-Granulat

Interspar Bio-Tragtasche
Momentan läuft eine Kooperation mit Interspar, einem der größten Händler Österreichs. Tragetaschen aus Kartoffelstärke (zur Verfügung gestellt und designt von Pro-Tech) werden in allen Filialen als Alternative zu konventionellen Taschen angeboten. Allein in Österreich liegt der Bedarf dieser Tragetaschen bei ungefähr 700 Millionen Stück. Dank der Bestrebungen von Interspar und der Beratungstätigkeit von alchemia-nova werden im ersten Jahr zwei Millionen davon durch Bioplastiktaschen ersetzt. Kontinuierliche Bemühungen unseres Institutes, der Partner und aufgeschlossener Menschen wird einen Anstieg der PLA-Verpackungen garantieren.
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